Vor einundhalb Jahren wagte ich das Experiment Auslandsaufenthalt und reiste für drei Monate nach Costa Rica. Heute kehre ich in das entfernte Land mit seinen tropischen Regenwäldern, seinen Vulkane und seinen wunderschönen Stränden zurück, aber vor allem kehre ich in meine zweite Familie zurück, die mir gelehrt haben, was es heißt das Leben zu genießen. Seit heute morgen um halb sechs deutsche Zeit bin ich auf den Beinen und erlebte schon den ersten Schreck, als den Fluggästen der Linie München-Madrid mitgeteilt wurde, dass ihr Flug leider bis zu zwei Stunden Verspätung hat weil irgendwelche Fluglotsen in Frankreich streiken. Also erst einmal ist weder Madrid noch München in Frankreich und zweitens warum müssen die gerade heute streiken, es gibt doch noch 364 andere Tage, an denen es mir schnurzpupsegal ist ob die jetzt in ihren orangen Kittelchen herumwinken oder nicht. Naja irgendwie war das Glück dann doch auf meiner Seite und wir flogen früher als erwartet in die spanische Hauptstadt sodass ich mir sogar noch eine Cola genehmigen konnte bevor ich Flieger Nummer zwei betrat.
Heute war wirklich mein Glückstag, denn mein Platz war nicht nur direkt hinter dem Klo, bei 11 Stunden Flug ein echter Vorteil, sondern doppelt so groß als erwartet, denn neben mir saß niemand.
Also faltete ich meinen Körper über das immer noch recht kleine Bett zusammen und träumte von Costa Rica.
Aber irgendwann marschierte eine der Stewardessen vorbei und servierte mein Mittagessen- nein mein erstes Frühstück zu Costa Rica Zeit: Um sechs Uhr morgens gab es dunkelbraunes Pilzrisotto, dessen Konsistenz eher an Babybrei erinnerte als an Reis, aber egal ich bin im Urlaub, ich fliege nach Costa Rica, da kann mir so ein schleimiger Brei auch nicht die Laune verderben. Mit einem breiten Lächeln im Gesicht verbrachte ich die restlichen zehn Stunden auf meinem Platz am Fenster und vertrieb mir die Zeit mit Lesen, Cola trinken und dem Opi neben mir beim Sudoko machen zuzuschauen.
Nach elf laaaaangen Stunden neigte sich das Flugzeug endlich gen Erde und wir stürzten durch dien Wolken meinem Urlaub entgegen.
Ich war soooooooo verdammt unglaublich mega aufgeregt meine geliebte Gastfamilie wiederzusehen und war dementsprechende hibbelig am Gepäckausgeschalter und bei der Passkontrolle. Aber kein Tico identifizierte mich als Schokoladenschmugglerin, als die ich durchaus hätte durchgehen können mit meinen geschätzten 15 kg Mitbringselschoki im Gepäck.
Und da waren sie. Winkend, lachend wie immer,nahmen mich mein Gastpapa Jose und meine Gastschwester Anita in die Arme und brachten mich im roten Flitzer nach San Josecito. Da kullerten fast die Tränen, als die bekannten Straßen passiert wurden und das bekannte Haus hinter den Nebelschwaden auftauchte. Da war dann auch meine Gastmami Ana,die ich soooooooo sehr vermisst hatte und meine Gastbrüder Luis Diego und Jose Pablo, seine Frau Ana Maria und deren supersüße Tochter Maria Paz, die im Unterschied zu vor zwei Jahren ihren kleinen Schnabel gar nicht mehr zubrachte. Nach einem großen Hallo, bei dem ich übrigens auch meinen Nachfolger,den lustigen Amerikaner Collin kennenlernte, gab es ganz Tico like: Café con Pan- ach wie ich es vermisst hatte.....Alle plapperten durcheinander und ich fühlte mich einfach angekommen.
Ich war hier kein Gast, nein ich wurde wieder Teil der Familie. Dann überreichte ich meine Gastgeschenke und wie erwartet war das Highlight die Monsterpackung Nutella- es wurde gleich Pläne geschmiedet was morgen damit gekocht wird: Crêpes mit Bananen und Nutella. Yunmmmmy
Gegen acht, als sich der erste Hype gelegt hatte trudelte auch mein Gastbruder Marko ein und es gab Ceviche (Fisch eingelegt in Zitrone und Koriander) que rrrrrrrico.
Ach und dann erlebte ich noch etwas ab diesem ersten Tag in Costa Rica:
Ich saß schon im Bett, Schlabberlook inklusive, als Marco herein spazierte und noch fragte ob ich noch mit in "La Piste" wollte, denn eine Freundin von Collin hatte Geburtstag.
Auf die Piste immer doch!
Naja dort schlichen wir uns dann ins Hause- anscheinend schliefen seine Gasteltern schon und setzten uns in den Wintergarten (warum hat man hier einen Wintergarten wenn es doch gar keinen Winter gibt??) um die Geburtstagsflasche Bacardi samt Cola und „Fruitshit“ (Mulitvitaminsaft) zu leeren. Aber keine Sorge Mami und Papi, ich hab nur bei jeder zweiten Runde mitgetrunken und bin schön brav um halb zwölf nach Hause gegangen.
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