Es ist schon erstaunlich wie schnell man in den Alltag einer anderen Familie hineinwachsen kann.
Heute nach dem Frühstück (Gallo Pinto!!!!) war ich mit Ana und José beim Wocheneinkauf und bekam ein Eis spendiert- naja es war Mango verde- also eher gefrorenes Wasser mit grünen Mango Stückchen und Salz. Danach wollte mir meine Gastfamilie ein bisschen mehr vom Land zeigen und deswegen fuhren wir für einen "Kaffe" in drei Autos nach Karthago, wo tia Gabi lebt. Also von dem Land habe ich nicht viel gesehen- aber dafür eine Menge Leute und eine menge menge Kinder.
Und ein Haus! Ein Haus, das ein weiterer Bruder von ana, ganz alleine gebaut hat, nur mit Hilfe seiner Frau und seinen Verwandten. Das ist wirklich beeindruckend, was muss es für ein tolles Gefühl sein, abends einzuschlafen und zu wissen, dass der Boden auf dem man schläft, aus eigenen Händen entstanden ist.
Wenn man in Costa Rica zu einem "Kaffe" fahrt, muss man sich darauf einstellen, dass nicht ein paar Kaffeetassen hingeklatscht werden um danach für dreißig Minuten zusammenzusitzen um in das Schwarze Gebräu Kondensmilch und Zucker zu mischen und unter guten Umständen an trockenen Keksen herumzuknabbern- nein in Costa Rica setzen sich alle (meisten mehr als 15 Familien Mitglieder) um einen Tisch mit Weiser Tischdecke. Die Frauen (alle, nicht nur die Hausherrin) bringen pan (Brot), manteqilla (Butter), queso cream (Frischkäse), Mortadella, mermelada, Café und frescas (softdrink in allen Geschmacksrichtungen - sogar Erdnuss) für die kleinen. Dann greifen alle zu, niemand hat einen Teller (eine Tischdecke zu waschen ist wesentlich einfacher als 15 Teller), Messer und Löffel werden geteilt, die Frauen schmierende Brote für ihre Männer und Kinder, und alle reden durcheinander. Es ist wunderbar, unbeschreiblich, pures leben- Pura Vida.
Das fehlt den deutschen, diese ruhe, diese Unbeschwertheit, das merkte ich als es an Aufbrechen ging, ich war gestresst wie sonst was, konnte nicht verstehen, warum nach 20 min, nachdem gesagt worden "ya nos vamos" (wir gehen jetzt) immer noch niemand aufstand. Ich wurde sauer, innerlich, und verstand es selbst nicht. Es gab niemanden der Zuhause wartete, nur ich selbst der es so schwer fällt den Moment verstreichen zu lassen.
Ich glaube das ist es warum die Ticos als die glücklichsten menschen der Welt bezeichnet werden.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen